Texte

Sirius & carpe noctem (2010/11 & 2004)


In ihren Bildobjekten zeigt die Künstlerin Inga Kühl eine surreal verrätselte Bilderwelt. Die assoziationsstarken kleinformatigen Bildtafeln vermitteln den Eindruck von einfachen Votivtafeln, der Betrachter assoziiert Traumsequenzen, Bildfetzen des Alltäglichen und vielfache Bilderinnerungen aus dem Unbewussten. [...]

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Berichte aus dem Inneren
(2005-2008)


"Berichte aus dem Inneren“ so lautet der Titel der Ausstellung mit jüngsten Arbeiten
der Künstlerin Inga Kühl. Der Titel liest sich wie ein Forschungsbericht eines Wissenschaftlers, der in neue, dunkle Gebiete vorgedrungen ist, wie ein Reisebericht aus einer anderen, fernen Welt. Inga Kühl lädt mit dieser Ausstellung den Betrachter ein, sich auf ein neues Terrain zu begeben. Es ist eine wortwörtlich tiefgehende Reise, die viel Überraschendes bietet. Neues, was ans Licht zu holen sich lohnt. [...]

Dr. Alexandra Kolossa, Kunsthistorikerin, Aachen 2004; Auszug aus der Eröffnungsrede

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Bucharbeiten/Künstlerbücher - Bildobjekte - Hausboot (ab 2000)


„In den Arbeiten von Inga Kühl steht das Hinzufügen und das Einbetten des mensch- lichen Abbildes in Energieformen im Vordergrund. Auch in ihren Bucharbeiten taucht
ihre besondere Formensprache wieder auf, nur sind sie hier wesentlich autarker, sodass man beim Umblättern ganze Gewese dieser Formbildungen entdecken kann. Die Urformen, auf die ich vorhin in anderem Zusammenhang hinwies, tauchen in den Bucharbeiten wieder auf, können hier ein Greifer, eine organische Form oder auch ein Boot werden, sodass sich dem Betrachter ein ganzes Panoptikum erschließt." [...]

Dr. Annette Lagler, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen

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Kunstraub


„Sie greifen zu, wir gucken weg, was macht der liebe Gott?“
Die Kunst steht bei diesem interaktiven Kunstevent nicht zum Verkauf, sondern zum
Klau. Wer eines der Kunstwerke besitzen will, der darf (und muss) dieses tatsächlich klauen und wird dadurch zum Dieb. [...]

Atelierwerkstatt Daniela Knizia, Aachen, 2006

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morphe (2004)


„In der Bilderserie morphe zeigt Inga Kühl Fotografien mit Übermalungen und
Überdeckungen des bildnerischen Motivs. Thema dieser künstlerischen Sequenz ist eine Gestalt in dynamischer Bewegung im Raum. In den schwarz-weiß Fotografien zeigen sich Aufnahmen einer Person, ein Akt, ein Körper; an manchen Stellen mehr oder weniger deutlich, teilweise nur schemenhaft und fragmentarisch. Eine nicht mehr erkennbare Person ist in einem Moment der Bewegung im Raum fotografiert, sie entzieht sich den fixierenden Blicken des Betrachters." [...]

Dr. Annette Lagler, Ludwig-Forum für Internationale Kunst, Aachen, 2000,
Auszug aus der Eröffnungsrede


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Teststrecke Krämerstraße (2004)


Ich als Du
Du als Ich
(mit A.F. Willems, B. Scholz, H. Vanicek, W. Pohlentz)

Die Installation Teststrecke Krämerstaße umfasst 25 Fotografien, die mit jeweils
unterschiedlichen Bildunterschriften einen Namenstausch der Künstler untereinander zeigen. Die Künstler prüfen in dieser Arbeit Begriffe wie Selbst und Ich. Fragen nach Identität und Mode/Konsum werden in Bezug auf die beteiligten Geschäfte gestellt, aber auch der Ruf und „Name“ des Künstlers/Künstlerin werden mir den untereinander getauschten Namen hinterfragt. [...]

Inga Kühl, „n.n. - plateau für kunstdiskurse e.V.“ zur Ausstellung
"Teststrecke Krämerstraße", Aachen 2004


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Temporärer Raum für Gedankeninstallation


Holzhängeschrank (rotlackiert) mit 14 Relikten, 5 übermalten Ansichtskarten,
1 übermalten Leporello, 2 Schmuckgehängen
(mit B.Scholz, W. Pohlentz, A.Willms, H. Vanicek)

Die Arbeit bezieht sich auf den Standort der drei Kunst-Container im Stadtraum. Der
Münsterplatz in Aachen grenzt unmittelbar an den Aachener Dom und ist umgeben von
etlichen kleinen Souvenir- und Andenkenläden. Die Objekte, die im und auf dem
Hängeschrank gezeigt werden, sind unmittelbar vorher in diesen Andenkenläden erworben worden. Einige Objekte wurden künstlerisch verfremdet, alle Objekte wurden mit Relikt-Nr. versehen. [...]

Inga Kühl, Aachen 2003, zur Ausstellung Container

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experimentelle Begegnung (mit Waltraud Pohlentz) (2003)


Eine künstlerische Begegnung, die auf unterschiedliche Weise und in einzelnen zu
erfindenden Schritten vonstatten geht. Erste experimentelle Begegnung: einige Werke werden exemplarisch in einen Raum zusammengefügt und fotografisch dokumentiert Beide Künstlerinnen vollziehen eine intuitive Auswahl der sich zu begegnenden Arbeiten und erforschen so die neue Komposition. Die ausgewählten Bildern bestimmen dabei selbst ihr individuelles Maß an Nähe, Dichte oder Distanz zueinander, was die Künstlerinnen wahrnehmen; manchmal signalisieren Bilder sogar Ablehnung.

Inga Kühl , Waltraud Pohlentz; 2005; Auszug aus dem Script

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Inga Kühl
KUKUK
17. 3. - 21. 4. 2013
zur Ausstellung Gedankengefäss
Josef Gülpers, Kunsthistoriker, Aachen


Auszüge................... Weiterhin von einem nebligen Schleier bedeckt ist aber die Frage: Was sind Gedanken? Wo entstehen Gedanken? Was sind Denkprozesse? Was ist Bewusstsein? Wie entstehen Bilder in unseren Köpfen?
Denn genau diese Überlegungen sind das, was die Künstlerin interessiert. Gedanken sind nicht sichtbar, sind nicht materiell, dennoch benötigen sie die materielle Dichtheit eines Körpers, benötigen seine Energien, Strukturen und Prozesse, um zu entstehen.
Dieses Thema ist nur zu einem kleinen Teil von der Biologie besetzt, der überwiegende Teil ist von der Psychologie, der Philosophie und von der Religion in Anspruch genommen. Und Inga Kühl kombiniert in ihren Kunstwerken diese so völlig unterschiedlichen Herangehensweisen.
Die Kunstwerke, die Sie hier sehen, sind Ergebnisse ihrer Denkprozesse, ihrer Ahnungen, die sie als Station auf ihrem Weg der Bewusstseinserweiterung empfindet, die sie als Gedankensplitter in einer Zwischenablage speichert und sie gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgreift.
Inga Kühl bemalt und beschriftet Papier und Kunststofffolien, nutzt Bilder aus medizinischen Fachbüchern, die sie zu einer surreal verästelten Collage übereinandergeschichtet auf eine lose Leinwand näht. Dadurch entsteht eine Spannung zwischen Leinwand und aufgebrachtem 'Gedankengefäß', wodurch diese Wölbung, diese Verformung, hervorgerufen wird. Schließlich wird der Rest der Leinwand farbig gestaltet, wobei das Schwarz und das Rot einen festen Ankerpunkt bedeuten, während die Gedankenblasen auf den weißen Leinwände noch keinen sicheren Halt gefunden haben und im freien Raum changieren.
Gerahmt werden diese Gedankengebilde von 'leeren' schwarzen Bildern. Auch hier wirkt das Schwarz stabilisierend. Für Inga Kühl steht das Schwarz „für die universelle Potenz des Möglichen“. Schwarze Materie, schwarze Löcher, das schwarze All, das sich ständig ausdehnt, sich aufbläht, wie die Objekte Inga Kühls, die sie nicht als Zelle verstanden wissen will, da sich eine Zelle verorten lässt, sondern die sie Gefäße, Gedankengefässe nennt.
Weiterhin fügt die Künstlerin "Raum"- Kästen hinzu, die inneren Raum symbolisieren, wobei bekannte Räume verlassen werden. Sie sind ohne Dimension und lassen die Gedanken in alle Richtungen schweifen. Das Gold, mit dem diese Räume ausgestaltet sind, ist nicht nur Symbol für das Wertvolle, sondern, wenn man sich beispielsweise die Altäre des Mittelalters ins Gedächtnis ruft, Symbol für den Himmel, Symbol für die Unendlichkeit. Ebenso erinnert die tryptichonartige Präsentation an mittelalterliche Altäre, die sowohl Bilder aus dem täglichen Umfeld, sowie Traumbilder aus den Tiefen des Unterbewusstseins vor dem inneren Auge des Betrachters aufsteigen lassen.

„Die Wandlung im Wirkungsgeschehen bewirkt einen Kernimpuls eines Gedankens im ortlosen Raum“, so ein Bildtitel. Die Auswirkungen der ständigen Transformationsprozesse sind wie gesagt bei weitem noch nicht vollständig erforscht.
Das heißt, selbst kleinste Veränderungen in der chemischen Struktur oder der organischen Natur beeinflussen und verändern das Denken. Und dies nicht nur für den Augenblick, sondern für Stunden und gar Tage. Auf der anderen Seite wissen wir, dass dieser Prozess auch in umgekehrter Richtung funktioniert. Gedanken können unsere körperliche Befindlichkeit beeinflussen.Diesem Beziehungsgeflecht widmet sich Inga Kühl mit dieser Ausstellung „Gedankengefäß“. Bereits Buddha formulierte: „Der Weg der Erleuchtung besteht im Wesentlichen aus konsequenter Gedankenarbeit!“
Die Künstlerin versucht, diesen Wandel, diese Transformation zu verorten. Wo entsteht dieser Kernimpuls? Lenkt eine „Wortberührung“ von außen unsere Gedanken schon in eine andere Richtung? Inga Kühl gibt uns keine Antworten auf diese Fragen, aber sie lässt uns, den Betrachtern ihrer Kunstwerke, teilhaben an ihrer Gedankenwelt.